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Freitag, 9. Januar 2009

EinkaufsNetz: Geschichte, Aktionen, Erfolge



2003: "Finden Sie das schwarze Schaf"


März 2003: Unter diesem Motto fragen die EinkaufsNetz-Mitmacher erneut bei verschiedenen Lebensmittelherstellern nach Gentechnik in ihrer Produktion. Anlass ist die geplante Verschärfung der EU-Kennzeichnungsverordnung, nach der zukünftig strenger als bisher gekennzeichnet werden müsste.

Das EinkaufsNetz will noch im Vorfeld der neuen Verordnung ein Zeichen setzen und schwarze Schafe, die unter Umständen den Konsumenten bislang unbemerkt Gentechnik ins Essen gemischt haben, öffentlich machen.

Juli 2003: Das EinkaufsNetz veröffentlicht die Ergebnisse der Umfrage zu Gentechnik im Essen im Internet. Die große Mehrheit der Firmen versichert, keine Zutaten aus gentechnisch veränderten Pflanzen in Lebensmitteln einzusetzen.

August 2003: Das EinkaufsNetz untersucht diverse Obst- und Gemüsesorten auf Pestizidrückstände. Die Ergebnisse sind schockierend. Mit diversen Aktionen protestiert Greenpeace gegen Gift im Essen. Das Kaufhaus des Westens reagiert prompt und entfernt das beanstandete Obst und Gemüse aus den Regalen.

Metro ist das schwarze Schaf: Der Handelskonzern fällt durch pestizidbelastete Lebensmittel auf und weigert sich, Gentechnik in den Eigenmarken auszuschließen. Die Mitglieder des EinkaufsNetzes schicken dem Unternehmen Protestkarten.

September 2003: Greenpeace verklagt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Seit April 2002 weigert sich das zum Verbraucherministerium gehörende Amt die Namen der Pestizide preiszugeben, in denen Nonylphenol (NP) oder -ethoxylate enthalten sind. Vermutet wird, dass NP durch den Einsatz dieser Spritzmittel in unserem Essen landet. Nur wenn die Namen der Pestizide bekannt sind, kann sich Greenpeace dafür einsetzen, dass Pestizidhersteller auf diese gefährlichen Stoffe verzichten.

Das EinkaufsNetz veröffentlicht die Studie "Pestizide außer Kontrolle - Das Versagen der Lebensmittelüberwachung in Deutschland" (PDF, 700 kb). Sie belegt die mangelhafte Qualitität der Lebensmittelüberwachung. Auf der Strecke bleiben Lebensmittelqualität, Verbraucher- und Umweltschutz.

Oktober 2003: Greenpeace enthüllt die geheimen Gentechnik-Pläne des Konzerns Metro. Metro will im Schulterschluss mit der Gentechnikindustrie auf die Greenpeace-Kampagne gegen Gift und Gentechnik reagieren und Genfood offensiv vermarkten. Ein großangelegter Werbefeldzug soll die Gentechnik bei Verbrauchern salonfähig machen.

Auch die Mitmach-Aktionen vom EinkaufsNetz stoßen bei Metro auf Interesse. In dem Greenpeace zugespielten Geheim-Papier heißt es: "Metro hat in diesem Zusammenhang bereits rund 6000 von Greenpeace gedruckte Postkarten von Verbrauchern erhalten...".

Dezember 2003: Erfolg bei Metro. In einem Fax teilt das größte Handelsunternehmen in Deutschland dem Greenpeace-EinkaufsNetz mit, keine Zutaten aus gentechnisch veränderten Pflanzen in den Eigenmarken einzusetzen.
Tausende an Metro gerichtete Protestkarten, Anrufe und E-Mails von den Mitgliedern des EinkaufsNetzes, 121 Aktivitäten von ehrenamtlichen Greenpeace-Gruppen in 43 Städten haben uns zum Jahresende diesen Erfolg beschert.


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