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Donnerstag, 24. Juli 2008

Erstes Supermarktranking für Fisch



Kommerziell genutzte Fischbestände befinden sich weltweit in einem katastrophalen Zustand - 76 Prozent sind nach Schätzungen der Welternährungsorganisation (FAO) überfischt oder am Rande der Überfischung. Da es auf politischer Ebene wenig strenge Regeln gibt, haben es deutsche Supermärkte und Discounter selbst in der Hand zu reagieren. Und siehe da: Es tut sich was! Das zeigt eine am Mittwoch, den 19. Dezember, erschienene Untersuchung von Greenpeace.


Zwar sind die Methoden der Märkte noch nicht perfekt, dennoch zeichnet sich ein positiver Trend ab. Die meisten deutschen Supermärkte und Discounter reagieren auf die Überfischung. Erste Schritte zu einem nachhaltigen und transparenten Einkauf von Fisch und Meeresfrüchten sind getan.

Dabei führen Norma und Kaufland die Positiv-Liste der getesteten Unternehmen an. Es folgen Metro, REWE und Lidl. Knapp im Mittelfeld befinden sich Edeka, Netto und Tengelmann. Schlusslicht ist die Unternehmensgruppe Bünting.

Bedauerlicherweise konnte noch keine der befragten Handelsketten eine grüne - mit gut gleichzusetzende - Bewertung erreichen. Denn obwohl viele Unternehmen Kriterien für nachhaltig gefangenen Fisch haben, sind die wenigsten davon schriftlich oder öffentlich verfügbar. Zudem mangelt es meistens an der praktischen Umsetzung und der Transparenz für den Kunden.

Nichtsdestotrotz stimmt das Ergebnis Iris Menn, Meeresexpertin von Greenpeace, vorsichtig zuversichtlich: "Es ist erfreulich, dass die Supermärkte in Deutschland auf die Überfischung der Meere reagieren und ihr Angebot ändern wollen."

Obgleich auch Menn noch viel Verbesserungsbedarf sieht: "Die schlechte Nachricht ist, dass wir in den Regalen der Supermärkte immer noch Kabeljau, Scholle und Rotbarsch gefunden haben. Diese Fischarten gehören nicht auf den Teller, da ihre Bestände bedroht sind. Wir fordern die Supermärkte auf, ihr Fischangebot wesentlich entschiedener umzustellen."

Greenpeace hat in den vergangenen sechs Monaten insgesamt elf deutsche Handelsketten unter die Lupe genommen. Nachhaltigkeit, Transparenz sowie Rückverfolgbarkeit beim Fischeinkauf wurden per Fragebogen und in persönlichen Gesprächen abgefragt. Außerdem ist das Fischsortiment stichprobenartig erfasst worden, womit auch die öffentlichen Angaben der Unternehmen überprüft wurden.

"Wir werden genau verfolgen, ob die Supermärkte eine nachhaltige Einkaufspolitik umsetzen und ihre Versprechen einhalten. Jeder, der in Zukunft noch Fisch verkaufen will, muss jetzt handeln", kündigt Menn an.

Eigenverantwortliches Handeln der Supermarktketten ist dringend nötig. Auf politischer Ebene sind bisher weder nachhaltiges Fischereimanagement durchgesetzt noch Meeresschutzgebiete eingerichtet worden. Wie seit Jahren haben die EU-Fischereiminister gerade wieder Empfehlungen von Wissenschaftlern und EU-Kommission ignoriert: Die Fangquote 2008 für den Kabeljau ist erneut zu hoch angesetzt.

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