Der Einzelhandel: Qualität hinter den Regalkulissen
Head of Corporate Communications
oekom research AG
Einzelhandelsunternehmen werden in Kampagnen von Nichtregierungs-
organisationen immer wieder kritisiert. Und das, obwohl sie als Händler meist nur indirekt für negative ökologische und soziale Auswirkungen der Güterproduktion verantwortlich sind. Die Kritik bezieht sich meist auf den Einsatz bedenklicher Substanzen in den verschiedensten Produktgruppen, etwa genetisch modifizierte Inhaltsstoffe in Lebensmitteln oder die Behandlung von Textilien mit potenziell gesundheitsgefährdenden Chemikalien wie Azo-Farbstoffen, Formaldehyd oder Chrom VI.
Die Produktion der Waren ist meist aus der direkten Konzernstruktur an externe Zulieferer ausgegliedert, und so rücken diese immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit. Menschenrechtsorganisationen decken hier insbesondere in Ländern außerhalb der OECD immer wieder inakzeptable Arbeitsstandards auf, etwa bezüglich Arbeitssicherheit, Bezahlung oder Kinderarbeit. Sie hinterfragen vor allem Produkte, die mit Hilfe un- oder geringqualifizierter Arbeitskräfte hergestellt werden, also Textilien, Spielzeug, Blumen und Obst.
Während viele Probleme auf mangelnde Standards in den Herkunftsländern der Produkte zurückzuführen sind, geraten zunehmend auch direkte Aktivitäten der Einzelhändler vor Ort in die Kritik, etwa die unzureichende Beachtung von Datenschutzregeln bei Kundenkarten.


