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Samstag, 22. November 2008

REACH - für ein giftfreies Europa



Pommes: heiß, fettig und belastet


Pommes Frites enthalten nach Untersuchungen von Greenpeace Rückstände von perfluorierten Tensiden (PFT), die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Im Auftrag von Greenpeace analysierte das Fraunhofer Institut Schmallenberg (NRW) Pommes Frites aus fünf deutschen Städten auf Perfluoroktansäure (PFOA) und Perfluoroktansulfonat (PFOS). Die Testergebnisse haben Greenpeace-Aktivisten heute im Bundesumweltministerium in Berlin abgegeben - zusammen mit einem überdimensionalen Reagenzglas voll frittierter Kartoffelstäbchen.

Die Aktivisten fordern Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) damit auf, die deutsche Blockadehaltung bei den Verhandlungen um das neue EU-Chemikaliengesetz REACH zu beenden und Verbraucher und Umwelt besser vor gefährlichen Chemikalien zu schützen. Am 13. Dezember soll REACH (Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien) in Zweiter Lesung im Europäischen Parlament verabschiedet werden.

In den Kartoffel-Proben fand das Fraunhofer Institut zwischen 0,32 und 0,95 Mikrogramm pro Kilogramm PFOS und zwischen 1,57 und 2,81 Mikrogramm pro Kilogramm PFOA. Die perfluorierten Chemikalien können auf mehreren Wegen in die Pommes gelangt sein: Sie werden wegen ihrer fettabweisenden und hitzebeständigen Eigenschaften zum Beispiel als Beschichtung von Pommes-Frites-Tüten verwendet. Sie können auch über Klärschlämme in den Boden und damit in Feldfrüchte wie Kartoffeln kommen. Grenzwerte für perfluorierte Tenside in Lebensmitteln gibt es bisher nicht.

Greenpeace hat in den vergangenen Monaten PFT in Fischen, im Trinkwasser und im Blut von Prominenten nachgewiesen. Auch der Fall der Pommes Frites zeigt, dass Chemikalien nicht angemessen kontrolliert werden können, sagt Hölzel. Die Bundesregierung muss die Industrie durch REACH verpflichten, sichere Alternativen zu gefährlichen Chemikalien zu entwickeln.

Zum Weiterlesen:
Hintergrundpapier "Pommes: Heiß, fettig und belastet" mit den Ergebnissen (PDF; 93 KB)


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