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Freitag, 9. Januar 2009

Verbotene Gifte



Dezember 2006/ Januar 2007: Vorsicht bei spanischen Paprika!


Dass sich in Paprika aus dem sonnigen Süden immer wieder massenhaft Pestizide finden, ist eine traurige aber längst bekannte Wahrheit. Doch was das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) in Stuttgart jetzt fand, sorgt für einige Aufregung: Über die Hälfte aller getesteten Paprikaproben aus Spanien sind mit dem Insektizid Isofenphos-methyl belastet, für das es in ganz Europa keine Zulassung gibt! Vermutlich stammt das Gift aus China. Von dort wird es illegal nach Spanien importiert und von kriminell agierenden Gemüsebauern in der Region Almería eingesetzt.

Im Moment kann nur gemutmaßt werden, wie Isofenphos-methyl auf die menschliche Gesundheit wirkt und ab welchen Mengen von einer Gesundheitsgefährdung auszugehen ist. Fest steht, dass das Insektizid zur Gruppe der Phosphorsäureester gehört und dem Stoff Isofenphos sehr ähnelt. Der gilt schon bei der sehr geringen täglichen Dosis von 0,001 mg/kg als gesundheitsschädlich. Die jetzt gefundenen Mengen an Isofenphos-methyl überschreiten diesen Wert bei weitem: Sogar die allgemeinen Höchstwerte von 0,01 mg/kg wurden in 9 von 15 spanischen Proben (60 Prozent) überschritten. Deshalb heißt es jetzt aus Stuttgart: Vorsicht bei spanischen Paprika!

Insgesamt hat das Veterinäramt in Stuttgart im Oktober 2006 35 Paprika aus Spanien, den Niederlanden, Marokko und der Türkei gekauft und die Ergebnisse Ende Dezember vorgestellt. Das illegale Gift fand sich nur in den spanischen Proben, was in der Gegend um Almería schon für einigen Wirbel gesorgt hat: Ende des Jahres wurden 18 Gewächshäuser in der Nähe der Stadt El Ejido abgesperrt. Den Paprika-Erzeugern droht eine Geldstrafe von 120.000 Euro und die Schließung ihrer Betriebe.

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