Alles im Fluss? PFTs gehören nicht in die Nahrungskette!
10. November 2006: Schnappauf will die Brühe nicht!
Schnappauf war wirklich nicht da. Die Wasserproben haben die Aktivisten dem Minister einfach dagelassen - als Erinnerung und mit der Aufforderung, die Gifteinleitung in den Fluss sofort zu beenden. Greenpeace hatte am Tag zuvor bekannt gemacht, dass der Chemiepark Werk Gendorf bei Burgkirchen große Mengen von Perfluorierten Chemikalien (PFT) als Abwasser in die Alz leitet.
Sogar im Trinkwasser der Umgebung wurden Spuren des Stoffes gefunden, der sich im Körper anreichert und im Verdacht steht, Krebs zu erregen. Besonders bedenklich: Perfluorierte Chemikalien sind sehr langlebig. Einmal in die Nahrungskette gelangt, bauen sie sich so gut wie gar nicht ab. Deshalb finden sich die Chemikalien im menschlichen Blut, und über die Nabelschnur werden Babys bereits im Mutterleib mit dem Gift versorgt.
Einen sorgfältigeren Umgang mit Chemikalien will die Europäische Union mit dem Gesetz REACH (Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien) regeln. Der Fall Gendorf zeigt, wie dringend das ist. Doch in Brüssel ist umstritten, ob der Ersatz gefährlicher chemischer Stoffe – wie PFT – verbindlich vorgeschrieben wird. Am 13. Dezember 2006 will das EU-Parlament über die wichtige Reform abstimmen.
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