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Freitag, 9. Januar 2009

Alles im Fluss? PFTs gehören nicht in die Nahrungskette!



8. Dezember 2006: Achtung, Fische in der Alz mit Chemie belastet


Gefährliche Stoffe im Fisch nachgewiesen - EU-Chemikaliengesetz muss vor Giften schützen

Fische aus der bayerischen Alz sollten Hobby-Angler am besten nicht mehr mit nach Hause bringen: Wie ein Greenpeace-Test zeigt, sind sie ebenso mit Perfluorierten Tensiden (PFT) belastet wie die Alz selbst. Nachdem Greenpeace am 9. November aufgedeckt hatte, dass der Industriepark Gendorf hohe Konzentrationen von PFT als Abwasser in die Alz einleitet, hat die Chemiefirma Dyneon inzwischen zugegeben, jährlich eine Tonne Perfluoroktansäure (PFOA) in den Fluss zu entsorgen. Diese Chemikalien stehen im Verdacht, Krebs zu erregen.

Greenpeace fordert weiterhin ein Einleitungsverbot für das Werk. Die bayerischen Behörden müssen endlich handeln. Obwohl das bayerische Umweltamt nach eigenen Angaben bereits im August ein eigenes Messprogramm für PFT gestartet hat, wurden bis heute keine Ergebnisse veröffentlicht geschweige denn Einschränkungen für den Fischverzehr festgelegt. Bis heute haben die Behörden keine Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ergriffen.

Grenzwerte für PFT, die sich im Körper anreichern und im Verdacht stehen, krebsfördernd und fortpflanzungsschädigend zu sein, gibt es nicht. Lediglich für Trinkwasser empfiehlt das Umweltbundesamt einen Zielwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter für die Summe aus PFOA und Perfluoroktansulfonsäure (PFOS). Die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts fanden in der jetzt untersuchten Flussbarbe 9,4 Mikrogramm PFOS pro Kilogramm und 12,6 Mikrogramm PFOA pro Kilogramm.

Am 13. Dezember stimmt das Europäische Parlament in Brüssel über die Chemikalienreform REACH ab. Sie soll für einen zuverlässigen Schutz vor gefährlichen Chemikalien sorgen. Doch der derzeitige Kompromiss zwischen Europäischem Parlament, Kommission und Ministerrat würde gefährliche Chemikalien auch zulassen, wenn es Alternativen gibt.


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