Pestizidtrauben - besonders Kinder sind gefährdet
Wenn Eltern ihren Kindern was Gesundes zum Naschen geben wollen, sind die süß-saftigen Trauben besonders beliebt. Doch Vorsicht! Gerade Kinder sind gefährdet, wenn sie gespritzte Tafeltrauben aus dem Supermarkt essen.
Die "Akute Referenzdosis" wird vom BfR und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt. Sie beschreibt die Menge einer Substanz, die mit einer Mahlzeit oder innerhalb eines Tages aufgenommen werden kann, ohne ein gesundheitliches Risiko für den Konsumenten darzustellen. Bereits bei einmaliger Überschreitung dieses Grenzwertes besteht die Gefahr von Gesundheitsschäden.
Diese Extrembelastungen wurden in 14 von 77 getesteten deutschen Traubenproben festgestellt. Auch in fünf weiteren deutschen Obst- und Gemüseproben fanden sich ARfD-Überschreitungen. Das Fatale: In 15 dieser Fälle wurden die in Deutschland geltenden gesetzlichen Höchstmengen überhaupt nicht überschritten! Die Einhaltung gesetzlicher Grenzwerte wird also nicht nur viel zu selten überprüft, die Werte selbst sind nach Maßgaben des WHO und BfR viel zu niedrig! Und dass die Einhaltung selbst dieser Grenzwerte von den zuständigen Länderbehörden kaum überprüft wird, zeigt die aktuelle Studie "Pestizide außer Kontrolle II".
Zum Weiterlesen:
- "Einschätzung der akuten Toxizität von Pestizidrückständen in frischem Obst und Gemüse" (aktualisierte Fassung des ARfD-Berichts vom 14. Dezember 2005; PDF, 142 KB)
- Stellungnahme des BfR vom 21. November 2005 zu Rückstandshöchstmengen (PDF; 54 KB)
- Die Tests: Pestizide in Obst und Gemüse
- Pflanzenschutzmittelrückstände in Tafeltrauben (15.11.2005) - Untersuchung vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves)


