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Freitag, 29. August 2008

Ein Bad in Chemikalien: Aale in deutschen Flüssen



Aale aus Elbe, Main, Rhein und Weser sind stark mit Industriechemikalien belastet. Dies belegt eine aktuelle Greenpeace-Studie zur europaweiten Belastung von Aalen mit perfluorierten Tensiden (PFTs). PFTs werden in wasser,- fett- und schmutzabweisenden Produkten eingesetzt. Sie gelten als fortpflanzungsschädigend und krebserregend.


Greenpeace fordert, dass in der neuen EU-Chemikaliengesetzgebung REACH (Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien) der Ersatz von gefährlichen Chemikalien wie PFTs durch sichere Alternativen verbindlich vorgeschrieben wird. Im Gegensatz zu Belastungen mit anderen Chemikalien und mit Schwermetallen gelten für PFTs zurzeit noch nicht einmal Höchstwerte!

Das bedeutet: Trotz hoher PFT-Belastung dürfen die Aale verkauft werden und landen bei Verbrauchern auf den Tellern. Dabei hatte das Düsseldorfer Umweltministerium erst in der vergangene Woche vom übermäßigen Verzehr von Fischen aus dem See Möhne und der Ruhr abgeraten. Die Gewässer waren aus noch ungeklärten Gründen mit einem hochgradig PFT-belasteten Dünger verunreinigt worden.

PFTs werden seit über 50 Jahren produziert und für Textilien, Ledermöbel, Papier und Verpackungen, Farben, Reinigungsmittel und Kosmetikartikel, Feuerlöschschaum und vieles mehr verwendet. In die Flüsse gelangen PFPs durch Abwässer aus Landwirtschaft, Industrie und Haushalt. Menschen nehmen die Chemikalie über Trinkwasser, Nahrung und Alltagsprodukte auf. Wegen ihrer Giftigkeit, Langlebigkeit, der Anreicherung im Gewebe von Tier und Mensch und ihrer weiten Verbreitung in der Umwelt gelten PFTs als besondere Umweltschadstoffe.

„Ob Teflon-Pfannen, Gore-Tex-Textilien oder fettabweisende Fast-Food-Verpackungen – Produkte, die das tägliche Leben erleichtern sollen, belasten Mensch und Tier“, sagt Hölzel. „Mit REACH müssen unsere Europa-Parlamentarier die Gesundheit der Verbraucher und die Natur zukünftig vor gefährlichen Chemikalien schützen. Dafür muss die Chemieindustrie gezwungen werden, sichere Alternativen für Schadstoffe zu entwickeln.“

Am 13. November 2006 stimmt das EU- Parlament in zweiter Lesung über REACH ab. Hier erfahren Sie mehr zum Thema REACH!

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