Das EinkaufsNetz

streitet für gesunde Lebensmittel ohne Pestizidrückstände.

Unterstützen Sie unsere Arbeit, damit wir alle Obst ohne Gift essen können!

Schriftgrösse
 A | A | A


Freitag, 21. November 2008

Die Tests: Pestizide in Obst und Gemüse



Pestizide und Nitrat im Salat


Das EinkaufsNetz hat Ende November 2004 die Pestizid- und Nitratbelastung von Blattsalaten getestet: Keiner der Salate aus konventionellem Anbau war frei von Pestizidrückständen. Die untersuchten Bio-Salate waren dagegen frei von Pestizidrückständen. Die Nitratgehalte waren jedoch auch bei Bio-Salaten leicht erhöht.

Und auch 2005 gibt es zumindest für den beliebten Rucola-Salat keine Entwarnung. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung von STIFTUNG WARENTEST. Neben verschiedenen Pestiziden fand sich vor allem sehr viel Nitrat im Salat. Rucola speichert das Nitrat aus Düngemitteln besonders gut. Aus Nitrat kann Nitrit entstehen und daraus wiederum die Krebs erregenden Nitrosamine.

Blattsalate - Keine Empfehlung im Winter
Keiner der 21 Salate aus konventionellem Anbau war frei von nachweisbaren Pestizidrückständen. In 24 Prozent der Proben wurden die gesetzlichen Höchstmengen für Pestizide erreicht oder sogar überschritten - bis um das 36fache. Die Überschreitungen fanden sich in Ware aus Italien und Belgien. Die Pestizide Deltamethrin, Diphenyl, Diflubenzuron Ethofenprox und Iprodion, die zum Teil Krebs auslösen und das Hormonsystem beeinträchtigen können, wiesen zu hohe Werte auf. Ware mit Grenzwertüberschreitungen darf nach dem Lebensmittelrecht nicht verkauft werden.

Gerade im Winter werden Blattsalate oftmals im Treibhaus gezogen, besonders stark gespritzt und durch Überdüngung zum Wachstum angeregt. In 91 Prozent der geprüften Salate fanden sich zudem gesundheitlich besonders bedenkliche Giftcocktails mit bis zu acht Pestiziden gleichzeitig.

Nitrat
Die Nitratbelastung von Salat stammt in der Regel aus chemischen Stickstoff-Düngemitteln und kann bei Überdüngung stark ansteigen. Nitrat selbst ist zwar relativ ungiftig, es kann sich jedoch im menschlichen Verdauungssystem in Nitrit und in Nitrosamine umwandeln. Nitrosamine zählen zu den stärksten Krebs erzeugenden Stoffen und sind ein Risikofaktor für Magen- und Blasenkrebs. Gemüse ist, gefolgt von Fleisch, die Hauptaufnahmequelle von Nitrat, so dass hier besonders auf rückstandsarme Ware geachtet werden sollte. Zu hohe Nitratmengen in Lebensmitteln können zudem bei Säuglingen zu einer akuten Vergiftung führen ("Blausucht"). Für Salate gelten je nach Jahreszeit und Anbautyp verschiedene Nitratgrenzwerte .

EU-Grenzwerte für Nitrat in Salaten in mg Nitrat/kg:
Ernte vom 1. Oktober bis 31. März:
- unter Glas angebauter Salat 4 500
- Freilandsalat 4 000

Ernte vom 1. April bis 30. September:
- unter Glas angebauter Salat 3 500
- Freilandsalat 2 500

Diese Grenzwerte schätzt Greenpeace als zu hoch ein. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt eine tägliche Aufnahmemenge von 260 Milligramm Nitrat für eine 70 Kilogramm schwere Person. Diese Menge würde jedoch schon beim Verzehr von 58 Gramm eines Salates überschritten, der mit der im Winter (4500 mg/kg) zulässigen Höchstmenge belastet ist. Für unseren Test gilt: Nur Salat mit weniger als 2500 mg Nitrat/kg wird als gut bewertet. Rucola gilt zwar per Gesetz nicht als Salat, sondern als Kraut. Da er jedoch oft als Salat verzehrt wird, wenden wir auch hier die für Salate geltenden Grenzwerte an.

Behördenuntersuchungen: Belastungen in Salat steigen an
Das Chemische- und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart hat über mehrere Jahre hinweg grüne Salate untersucht. Die Befunde der Behörde zeigen einen deutlichen Anstieg der Pestizid-Höchstmengenüberschreitungen in den letzten vier Jahren - von 18 Prozent im Jahr 2001 auf 31 Prozent im Jahr 2004. Auch die Mehrfachrückstände stiegen von 54% der Proben in 2001 auf 64% der Proben im Jahr 2004 an. (Landtag von Baden-Württemberg Drucksache 13/3062, 2004).

Greenpeace-Empfehlung
Bio-Salate sind in der Regel frei von Pestizidrückständen und die erste Wahl für die Verbraucher. Grundsätzlich sollten Blattsalate bevorzugt im Sommerhalbjahr gegessen werden.

Klicken Sie hier, damit Sie sich die Testergebnisse (PDF, 79 kb) anschauen können. Sie befinden sich am Ende des Dokuments.


Zurück  
Seite 8 / 9




Mehr aus diesem Artikel

Und was macht Greenpeace?

Pestizidtests bei Obst und Gemüse, Ratgeber und Mitmachaktionen für Verbraucher führen zum Erfolg: Die Obst- und Gemüsebranche fürchtet um ihre Kunden und will sich bessern. Lesen Sie mehr über unsere Kampagne.

Was können Sie tun?

  • Waschen und schälen Sie Obst und Gemüse.
  • Kaufen Sie Früchte aus der Region, und achten Sie auf robuste Sorten.
  • Bevorzugen Sie Öko-Ware - sie ist in der Regel frei von Pestizidrückständen.
  • Verwenden Sie für Kleinkinder-Nahrung nur Bio-Produkte.

Ernte-Kalender

Erfahren Sie hier, wann welche Früchte reif sind. Denn wer nach den Jahreszeiten isst, hat gesünderes Essen und mehr Geschmack auf dem Teller.