Die Tests: Pestizide in Obst und Gemüse
Süß, knackig und giftig - Kirschen und Beeren aus deutschen Landen
Zudem wurden in fünf der 19 Beerenproben aus Deutschland nicht erlaubte Spritzmittel nachgewiesen. Greenpeace erstattete Anzeige gegen die Produzenten und gegen die Konzerne Aldi, EDEKA, Kaufhof, Real und Tengelmann. Im Schnitt stecken in jeder Probe drei Pestizide gleichzeitig, das sind bedenkliche Giftcocktails. Viele der insgesamt 23 nachgewiesenen Pestizide sind Krebs erregend, nervengiftig oder können den Hormonhaushalt und die Fortpflanzung beeinträchtigen.
Das vor drei Jahren gestartete Pflanzenschutz-Kontrollprogramm von Bund und Ländern hat bisher versagt. Greenpeace-Mitarbeiter hatten Anfang Juli in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Kassel, Köln, Leipzig und Nürnberg 45 Proben von Kirschen und Strauchbeeren gekauft. Sie stammen aus dem Angebot von Aldi, Edeka, Lidl, Metro/Real, Rewe/Minimal, Edeka, Tengelmann/Plus sowie aus drei Bio-Märkten. Ein anerkanntes Speziallabor hat die Beeren auf Rückstände von 350 Pestiziden untersucht. Einwandfrei war in allen Fällen die geprüfte Bio-Ware, in der keine Pestizide nachweisbar waren.
Besonders bedenklich: Obwohl nur 53 Prozent der Proben aus Deutschland stammten, entfallen 80 Prozent der Höchstmengenüberschreitungen auf deutsche Ware, vor allem aus Baden-Württemberg. Von dort stammten auch Funde von illegalen Pestiziden. Schon vor einem Jahr hatte Greenpeace illegale Pestizide in Beerenobst aus BaWü gefunden, worauf die Landesregierung und der Bauernverband Abhilfe versprochen hatten. Offenbar mit wenig Erfolg. Einzig empfehlenswert bleibt weiterhin Bio-Ware.
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