Chic ohne Chemie
Knitterfreie Blusen, Jeans, die nicht einlaufen - Textilien werden heute mit allen möglichen Eigenschaften ausgestattet. Das geht allerdings nur mit jeder Menge giftiger Chemie, die Mensch und Umwelt massiv schädigen können.
Denn auch Verbraucherinnen und Verbraucher fordern sichere Produkte. Viele Menschen reagieren auf die Gifte mit Hautjucken, Kopfschmerzen oder Allergien. Außerdem sind langfristige Schäden wie eine Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit oder ein erhöhtes Krebsrisiko nicht ausgeschlossen. Etwa ein Viertel der weltweit produzierten Chemikalien landet in Kleidungsstücken. Über den Hautkontakt gelangen die Gifte in unseren Körper.
Die Politik ist gefragt
Gefährliche Substanzen haben in Klamotten und anderen Alltagsgegenständen nicht zu suchen. Deshalb hat sich die Modenschau auch an die Politik gerichtet: Es geht um 100.000 ungeprüfte Chemikalien, die endlich untersucht werden müssen!
Im Dezember 2006 hat das europäische Parlament das EU-Chemikaliengesetz REACH (Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien) beschlossen - es war ein zähes Ringen über mehrere Jahre. Erstmals werden nun 30.000 bislang ungeprüfte Substanzen am Markt getestet und gegebenenfalls verboten. Ein großer Schritt in die richtige Richtung, auch wenn die Chemieindustrie die Reform durch massive Lobbyarbeit schwächen konnte.
Achten Sie beim Kleiderkauf auf anerkannte Ökolabel. Hier finden Sie eine kurze Übersicht im Dschungel der Textilsiegel Für mehr Informationen können Sie beim Greenpeace-Magazin für acht Euro (zuzüglich Porto) eine Textil-Fibel bestellen, die ausführlich über den Textilmarkt und alle Textillabel informiert.
Zum Weiterlesen:
- REACH - für ein giftfreies Europa
- Triclosan - gefährlicher Bakterienkiller
- Wenn Kleidung zur Reizwäsche wird - Chemikalien in Textilien (PDF: 66 KB)
- Textil, der Stoff aus dem Alpträume sind
Abgeschlossene Mitmachaktion:
Mit Stil und Verantwortungsbewusstsein - so sollten sich auch die Politiker und die Chemie-Industrie den Herausforderungen der Zukunft stellen, anstatt über die Kosten der Reform zu klagen! Über 8.000 EinkaufsNetz-Mitmacher haben ihre EU-Abgeordneten zur ersten Lesung im EU-Parlament aufgefordert, sich für eine starke EU-Chemikalienreform einzusetzen. Lesen Sie hier die von uns kommentierten Antworten Ihrer Parlamentarier!


