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Freitag, 29. August 2008

Druckerchemikalie im Obst- und Gemüsesaft



Wo 100 Prozent Fruchtsaft drauf steht, ist manchmal auch noch anderes drin! Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat im naturtrüben Aldi-Apfelsaft "Apfelblüte" und im Lidl-Gemüsesaft "vitafit" Chemikalien aus der Kartonverpackung gefunden.


Die Chemikalie Isopropylthioxanthon (ITX), die Druckerfarbe auf Verpackungen schneller trocknen lässt, gelangt über die Verpackung in den Saft. Im letzten Jahr hatten ITX-Funde in Italien zu einer Rückholaktion von 20.000 Litern Babymilch geführt. Auch in Spanien, Portugal, Frankreich und zuletzt in Kroatien waren Getränke in Kartonverpackungen mit ITX belastet. LIDL hat den betroffenen Saft - nach eigenen Angaben - inzwischen aus seinem Sortiment genommen. Von Aldi gibt es bislang keine Reaktion.

Die DUH hat stichprobenartig zehn Obst- und Gemüsesäfte untersucht und 60 bis 70 Mikrogramm pro Kilogramm von der Chemikalie in den Säften gefunden. Das ist erstaunlich: Der schwedische Verpackungshersteller Tetra Pak hatte nach den Aufsehen erregenden Funden in Italien versprochen, diesen Stoff nicht mehr zu verwenden. Doch wie die letzte Stichprobe zeigt, ist neben Tetra Pak auch der norwegische Konkurrent Elo Pak betroffen.

Die bedruckte und mit ITX behandelte Seite des Verpackungsmaterials gelangt als so genannter "Abklatsch" auf die unbedruckte Innenseite, wenn der Karton auf große Rollen gedreht wird. Ein solches Abfärben kann nicht verhindert werden und deshalb können auch andere Substanzen in die Getränke gelangen. Wie genau ITX wirkt, ist völlig unklar. Bislang gibt es lediglich Untersuchungen der Industrie, die belegen, dass ITX das Erbgut nicht schädigt.

Um sicher zu gehen, verzichten Sie im Moment besser auf Tetra Pak und Co. Falls Sie die Getränke noch bei sich zu Hause haben, bringen Sie sie doch einfach zurück, und beschweren Sie sich bei Ihrem Supermarkt!

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