Das EinkaufsNetz

ist wie 70 Prozent der Verbraucher gegen Gen-Pflanzen im Tierfutter. Daher fordern wir von Lebensmittelherstellern, kein Gen-Futter einzusetzen.

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ist wie 70 Prozent der Verbraucher gegen Gen-Pflanzen im Tierfutter. Daher fordern wir von Lebensmittelherstellern, kein Gen-Futter einzusetzen.



Freitag, 21. November 2008

Fragen und Antworten zur Müller-Kampagne



9. Welche Gefahren sieht Greenpeace im Anbau von Gen-Pflanzen?


  • Wahlfreiheit in Gefahr
    Bei pflanzlichen Lebensmitteln können Verbraucher seit Einführung der neuen Kennzeichnungspflicht im April 2004 bewusst auf Gentechnik verzichten. Ein großer Erfolg.

    Doch diese Wahlfreiheit basiert auf der Annahme, dass Landwirtschaft mit und ohne Gentechnik auf ewig nebeneinander möglich sind. Doch in der Realität breiten sich Gen-Pflanzen unkontrolliert in der Natur aus. Pollen verbreiten sich mit Wind und über Insekten auf Nachbarfelder. Bei der Ernte, bei Lagerung und bei Transport werden Gen-Pflanzen und gentechnikfreie Pflanzen bewusst und unbeabsichtigt vermischt.

    Über Jahrzehnte betrachtet, könnten dadurch sowohl die ökologische als auch die konventionelle Landwirtschaft unmöglich werden. Wenn Landwirte nicht mehr garantieren können, dass ihre Ernte wirklich gentechnikfrei ist, können irgendwann auch Verbraucher am Supermarktregal nicht mehr zwischen genmanipuliert und gentechnikfrei wählen. Deshalb: Wer langfristig die Freiheit erhalten will, auf Gentechnik im Essen verzichten zu können, muss sich jetzt gegen Gentechnik auf dem Acker wehren.

  • Mehr Pestizide
    Je mehr Gen-Soja angebaut wird, desto mehr Pestizide müssen auf diesen Feldern gespritzt werden. Das hat der Wissenschaftler Prof. Charles Benbrook für die USA nachgewiesen, aber auch aus Argentinien werden entsprechende Meldungen zahlreicher. In den USA sind mittlerweile 86 Prozent aller Soja genmanipuliert, in Argentinien bereits 98 Prozent.

    Die gentechnische Veränderung bewirkt, dass die Soja chemische Spritzmittel überlebt, alle daneben wachsenden Wildpflanzen aber eingehen. Nach zwei bis drei Jahren werden aber auch Wildpflanzen resistent gegen diese Herbizide. Mittlerweile müssen Landwirte die "Unkräuter" mit immer mehr Pflanzenvernichtungsmitteln bekämpfen. In den USA wird Gen-Soja seit 1996 angebaut. Im Jahr 2004, also im neunten Anbaujahr, musste dort auf den Feldern mit Gen-Soja 42 Prozent mehr Pestizide gespritzt werden als auf den Feldern mit konventioneller Soja.

    Aus Argentinien wird berichtet, dass die massiven Giftduschen bei Menschen Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Magenschmerzen sowie Hautausschläge und Augenirritationen hervorrufen. Zudem belasten die Spritzmittel Böden und Gewässer.

  • Mehr Waldzerstörung
    Auf dem Weltmarkt lässt sich mit Soja zur Zeit viel Geld machen. Investoren in Argentinien und Brasilien weiten die Anbaufläche für Soja immer weiter aus und zerstören dafür ökologisch wertvolle Wälder. Da Soja als wichtiger Eiweißlieferant in der Tierfütterung dient, sind Hersteller tierischer Produkte wie Müller mitverantwortlich für die Waldzerstörung in Südamerika.

    In Argentinien wurde im Anbaujahr 2003/2004 auf insgesamt 14,1 Millionen Hektar Soja angebaut, das sind 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Tendenz weiter steigend. Abgeholzt wird vor allem im Norden - im Yungas und in der Chaco Region. Die in Argentinien auf den neuen landwirtschaftlichen Flächen angebaute Soja ist fast ausschließlich genmanipuliert. Da in frisch gerodeten Gebieten mehr "Unkräuter" wachsen, ist die Kombination aus dem Pflanzenvernichtungsmittel Roundup und der gegen Roundup resistenten Gen-Soja von Monsanto hier besonders "effektiv".

    In Brasilien wurden 2003/2004 etwa 22 Millionen Hektar Soja angebaut. Die Anbaufläche soll um 5 bis 10 Prozent ausgeweitet werden. Die Sojafront dringt immer weiter Richtung Norden in den wertvollen Urwald des Amazonas hinein. Dort wird zwar bisher nur gentechnikfreie Soja angebaut. Doch Greenpeace befürwortet den Import gentechnikfreier Soja aus Brasilien nur, wenn für den Anbau keine zusätzlichen Waldflächen gerodet wurden. Der Großteil der brasilianischen Soja ist jedoch sowohl gentechnikfrei als auch "urwaldfrei".


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Was können Sie außerdem tun?


  • Achten Sie auf das Kleingedruckte, denn Lebensmittel aus Gen-Pflanzen müssen gekennzeichnet werden.

  • Fragen Sie an der Fleischtheke, ob die Tiere ohne Gen-Pflanzen gemästet wurden.

  • Fordern Sie von den Herstellern tierischer Produkte kein Gen-Futter einzusetzen.

  • Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, kaufen Sie ökologisch erzeugte Produkte.

Fotogalerie



Viele Menschen sagen "Nein" zu Gentechnik im Essen und haben ihren Kühlschrank zur gentechnikfreien Zone erklärt. Schauen Sie sich unsere Fotogalerie an.