Gen-Reis allerorten!
30. Oktober 2006: Gen-Reis im Hamburger Hafen
Zu einem solchen Verbot konnte sich Seehofer zwar bis jetzt nicht durchringen. Der Lebensmittelhandel hat aber inzwischen laut Schätzung des Bundesverbandes von Nährmittel aus Getreide und Reis rund 10.000 t Reis in Rückrufaktionen vom Markt genommen. Dieser Verband schätzt nach einer kleinen Anfrage der Grünen an die Bundesregierung den in Deutschland entstandenen Schaden (Kosten für Rückruf und Lagerung) auf rund 10 Millionen Euro.
Greenpeace hat nun herausgefunden, dass zurückgeholter Gen-Reis im Hamburger Hafengebiet lagert. Der Gen-Reis LL601 soll nach Auskunft des Reishandelsunternehmens Euryza GmbH möglicherweise zur weiteren Verwendung als Nahrungsmittel exportiert werden. Die Auswirkungen von LL601-Reis auf die menschliche Gesundheit sind bisher nicht erforscht. Der Reis darf weder angebaut, noch als Nahrungsmittel verkauft werden. Greenpeace fordert, dass die kontaminierten Lagerbestände im Hamburger Hafen umgehend vernichtet werden.
Hergestellt wird der Gen-Reis vom Agrar- und Pharmakonzern Bayer AG. Deren Gen-Reis taucht auch weiterhin auf: Erst jüngst wurde Greenpeace in Dubai und Kuwait fündig. In Frankreich wurde sogar ein weiterer nicht zugelassener Reis der Firma Bayer gefunden, der Gen-Reis LL62, der ähnlich wie der Reis LL601 per Genmanipulation gegen Spritzmittel resistent gemacht wurde.
Gen-Saaten und speziell Gen-Reis können nicht kontrolliert werden. Kopfschmerzen scheint das dem Aspirin-Hersteller Bayer bis jetzt noch nicht zu bereiten: Der Agrar- und Chemiekonzern hat jetzt vielmehr für Europa eine Marktzulassung für Gen-Reis beantragt. Würde diese erteilt, wäre die gentechnikfreie Reisproduktion in großer Gefahr.
Zum Weiterlesen:
Auf den Greenpeace-Seiten finden Sie eine Chronologie des Gen-Reis-Skandals.
| Kommentare | Einfügen |

