Pestizidobst keine Geheimsache mehr
Transparent und zeitnah: Als erstes Bundesland veröffentlicht jetzt Nordrhein-Westfalen (NRW) die Untersuchungsergebnisse der Lebensmittelüberwachung ohne Anonymisierung in einem Pestizidreport. Im Internet können Verbraucherinnen und Verbraucher nachlesen, wie stark Erdbeere, Salat oder Paprika in NRW mit Pestiziden belastet sind.
"Wir begrüßen den Schritt NRWs sehr, jetzt umfassende Daten zur Belastung von Obst und Gemüse zu veröffentlichen. Endlich erfahren Verbraucher, welche Supermärkte schlechte Ware anbieten. Diese Informationen gab's bisher nur von Greenpeace", sagt Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace. "Nun stehen die anderen Bundesländer in der Pflicht, gleichfalls Transparenz zu schaffen."
Greenpeace fordert seit Jahren von den Lebensmittelüberwachungsbehörden, die Namen der Verkäufer und Produzenten beanstandeter Ware zu veröffentlichen. In England oder Dänemark ist dies längst üblich. In zwei Studien zur Lebensmitteluntersuchung in Deutschland hatte Greenpeace detailliert die vorhandenen Mängel belegt: So müssten die Anzahl der Kontrollen erhöht und die Wirksamkeit von Sanktionen gegen Verstöße deutlich verbessert werden. Viele Labors sind zudem auf einem veralteten technischen Stand.
Nun hat auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) angekündigt, am kommenden Freitag, den 31. August, bundesweite Untersuchungsdaten von Obst und Gemüse zu veröffentlichen. Dort will man fortan regelmäßig über Belastungstrends berichten. Auch dies eine Aufgabe, die Greenpeace seit Jahren anmahnt.
Zum Weiterlesen:
- Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung Nordrhein-Westfalen
- Pestizidratgeber: Verbraucher erfahren darin, welches Obst und Gemüse wie stark belastet ist - auch aufgeschlüsselt nach Herkunftsländern und Supermärkten.
- Pestizide außer Kontrolle: Greenpeace untersucht die Arbeit der Lebensmittelüberwachung in Deutschland.


